Afterburn ist ein US-amerikanischer Actionfilm aus dem Jahr 2025. Regie führte J. J. Perry, das Drehbuch stammt von Matt Johnson und Nimród Antal. Der Film basiert auf der gleichnamigen Graphic Novel von Red 5 Comics. In den Hauptrollen sind Dave Bautista, Samuel L. Jackson und Olga Kurylenko zu sehen. Die Geschichte spielt in einer postapokalyptischen Welt, die durch eine massive Sonneneruption zerstört wurde. Ein ehemaliger Soldat wird losgeschickt, um die Mona Lisa zu finden – doch hinter dem Auftrag steckt mehr, als es zunächst scheint. Der Film startete am 21. August 2025 in den deutschen Kinos und wurde von Leonine Studios vertrieben. Mit einem geschätzten Budget von über 55 Millionen US-Dollar ist es Perrys bislang aufwendigste Produktion – und sein erster Film, der tatsächlich eine Kinoauswertung erhielt.
Die Welt nach der großen Sonneneruption
Die Handlung von Afterburn setzt sechs Jahre nach einer gewaltigen Sonneneruption ein. Diese Eruption hat das Stromnetz der gesamten Erde zerstört. In der Folge brach die globale Infrastruktur zusammen. Regierungen fielen eine nach der anderen. Was blieb, war Chaos. Verschiedene Warlords nutzten das Machtvakuum und rissen Gebiete an sich.
In dieser Welt lebt Jake, gespielt von Dave Bautista. Jake ist ein ehemaliger Soldat, der sich aus den Machtkämpfen weitgehend heraushält. Er arbeitet als Schatzsucher für August Valentine, gespielt von Samuel L. Jackson. August hat sich selbst zum „König von England“ ernannt. Jake birgt für ihn wertvolle Objekte aus der Zeit vor der Katastrophe – Kunstwerke, Instrumente, kulturelle Relikte. Im Gegenzug finanziert August Jakes großen Traum: ein altes Boot zu reparieren, auf dem er ein ruhiges, isoliertes Leben führen will.
Dann kommt der große Auftrag. August bietet Jake eine luxuriöse Segelyacht – wenn er dafür die Mona Lisa findet. Das berühmte Gemälde soll den Brand von Paris überstanden haben und sich irgendwo in einem geheimen Bunker in Frankreich befinden. Aber Frankreich steht unter der Kontrolle des brutalen Warlords General Volkov, gespielt von Kristofer Hivju. Jake ist nicht begeistert, nimmt den Auftrag aber an.
Für die Mission wird ihm Drea zur Seite gestellt, eine Freiheitskämpferin aus der Rebellion gegen Volkov. Gespielt wird sie von Olga Kurylenko. Gemeinsam reisen die beiden aufs europäische Festland und geraten dabei an Söldner, Kannibalen und weitere Gegenspieler. Schließlich finden sie das gesuchte Objekt in einem Tresor im Ouvrage Simserhof, einer Festung der Maginot-Linie.
Dann die große Wendung: Bei der „Mona Lisa“ handelt es sich gar nicht um das berühmte Gemälde. Es ist eine amerikanische Atombombe – eine Schwester der Bomben „Fat Man“ und „Little Boy“. Sowohl August als auch Volkov suchen danach. Volkov bringt die Bombe in seine Gewalt, doch Jake verfolgt ihn auf einen Zug, stiehlt den Bombenstopper und kann entkommen. Drea sprengt eine Eisenbahnbrücke, der Zug entgleist, und Volkov kommt ums Leben.
Jake bringt den Stopper zurück zu August und bittet ihn, die Bombe in der Schlucht liegen zu lassen. August hält sein Versprechen. Jake und Drea, die sich ineinander verliebt haben, segeln gemeinsam davon. In einer Post-Credit-Szene betritt August einen Tresor – und hängt den Bombenstopper neben die echte Mona Lisa, die er offenbar die ganze Zeit besaß.
Wie ein Comicbuch zum Film wurde – nach 17 Jahren
Die Produktionsgeschichte von Afterburn ist lang und verschlungen. Bereits 2008 gab es erste Pläne, die Graphic Novel von Red 5 Comics zu verfilmen. Damals sollte Tobey Maguire als Koproduzent fungieren. Kurz darauf stieg Ryan Kavanaugh mit seiner Firma Relativity Media als weiterer Produzent ein.
2010 stand Gerard Butler in Verhandlungen für die Hauptrolle. Antoine Fuqua sollte Regie führen. Doch daraus wurde nichts. Fuqua verließ das Projekt. 2012 übernahm Tommy Wirkola die Regie – auch das hielt nicht. 2018 wurde der südkoreanische Regisseur Jung Byung-gil verpflichtet. Das Drehbuch lag zu diesem Zeitpunkt von Matt Johnson und Nimród Antal vor und wurde später von William N. „Bill“ Collage überarbeitet.
Bis Februar 2024 waren sowohl Byung-gil als auch Butler aus dem Projekt ausgestiegen. Erst dann kam das endgültige Team zusammen: J. J. Perry als Regisseur, Dave Bautista und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen. Die Dreharbeiten fanden vom 10. Mai bis 27. Juni 2024 in Bratislava statt. Die Kamera führte José David Montero, und die Musik komponierte Roque Baños.
Dieses Hin und Her über fast zwei Jahrzehnte merkt man dem fertigen Film nach Meinung vieler Kritiker deutlich an. Verschiedene kreative Visionen prallten aufeinander, und das Ergebnis wirkt in Teilen uneinheitlich.
Wer spielt wen – die Besetzung im Detail
| Schauspieler | Rolle |
|---|---|
| Dave Bautista | Jake, ehemaliger Soldat und Schatzsucher |
| Samuel L. Jackson | König August Valentine |
| Olga Kurylenko | Drea, Freiheitskämpferin |
| Kristofer Hivju | General Volkov, Warlord |
| Daniel Bernhardt | Gorynych |
| Eden Epstein | George Somner |
| Phil Zimmerman | Bird Skull |
Dave Bautista ist vor allem durch seine Rolle als Drax in den „Guardians of the Galaxy“-Filmen bekannt. In Afterburn gibt er den wortkargen, aber nahbaren Helden mit rauem Charme. Viele Kritiker sehen seine Darstellung als das stärkste Element des Films.
Samuel L. Jackson spielt den selbsternannten König mit sichtlicher Freude. Der 76-Jährige sagte 2022 in einem Interview mit der Los Angeles Times, dass er sich nicht dafür interessiere, ob seine Filme oscarwürdig seien. Ihm gehe es um den Spaß. Diese Haltung spürt man in jeder Szene. Seine Sprüche und die Art, wie er sie vorträgt, gehören zum Unterhaltsamsten des Films.
Kristofer Hivju, bekannt als Tormund aus „Game of Thrones“, gibt den wahnsinnigen General Volkov. Olga Kurylenko übernimmt die Rolle der Rebellin Drea, bleibt als Figur aber laut Kritiken eher blass.
J. J. Perry – vom Stuntman zum Regisseur
J. J. Perry ist kein typischer Regisseur. Er kommt aus der Stunt-Branche. Jahrelang arbeitete er als Stunt-Koordinator und Second-Unit-Regisseur bei großen Hollywoodproduktionen. Sein Regiedebüt war „Day Shift“ (2022) mit Jamie Foxx für Netflix. Danach folgte „The Killer’s Game“ (2024) mit Dave Bautista für Amazon.
Beide Filme erschienen direkt bei Streamingdiensten, ohne Kinoauswertung. Afterburn ist somit Perrys erster Film auf der großen Leinwand. Ob er diese Wertschätzung verdient hat, darüber gehen die Meinungen auseinander.
Perrys Stärke liegt klar bei den Actionszenen. Handwerklich ist der Film solide. Die Kämpfe sind klar choreografiert, die Stunts sitzen. Aber beim Erzählerischen hapert es. Der Film schwankt zwischen Komödie und blutigem Actionthriller, ohne sich wirklich zu entscheiden. Für seine ersten beiden Filme versuchte Perry noch, trotz bekannter Formeln einzelne kreative Ideen einzubauen. Bei Afterburn scheint er das aufgegeben zu haben.
Was die Kritiker sagen – und warum sie sich nicht einig sind
Die Kritiken zu Afterburn fallen gemischt aus. Handwerklich wird der Film als ordentlich eingestuft. Aber das Drehbuch steht im Zentrum der Kritik. Es wirkt unentschlossen – mal komödiantisch, mal ernst, ohne einen klaren Ton zu finden.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung merkt an, dass die Idee einer verheerenden Sonneneruption als Ausgangspunkt durchaus funktioniert, der Film aber wenig aus dem Szenario macht. Das grundlegende Setting – dystopische Welt, einsamer Held, beliebiger MacGuffin – sei vielfach gesehen.
Film-Rezensionen.de formuliert es deutlicher: Während der Film die Bedeutung kultureller Meisterwerke beschwört, entlarve er sich selbst als „kreative Bankrotterklärung“. Das Setting sei abgenutzt, die Figuren flach, die Geschichte vorhersehbar. Der pseudo-philosophische Unterton über den Wert von Kunst in einer zerstörten Welt wirke aufgesetzt.
Cinema.de betont hingegen, dass Dave Bautista den Film rettet. Als Schatzsucher Jake finde er immer den richtigen Ton und gebe den nahbaren Helden mit dem rauen, aber herzlichen Charme, der ihn schon bei Marvel ausgezeichnet habe. Das Fazit dort: eine „Endzeit-Actionkomödie von der Stange“, die vor allem durch ihren Hauptdarsteller funktioniert.
Filmtoast.de sieht Samuel L. Jackson als das Beste am Film. Seine Figur bekomme einen eigenen Anstrich, man hätte gern mehr von ihm gesehen. Gleichzeitig wird kritisiert, dass die übrigen Figuren nicht lebendig wirken und das Budget von 55 Millionen Dollar auf der Leinwand kaum sichtbar sei.
Ein wiederkehrender Punkt in den Kritiken: Die vielen Regie- und Besetzungswechsel über fast zwei Jahrzehnte haben dem Film geschadet. Zu viele Köche, zu viele Visionen, ein unscharfes Endprodukt.
Vom Comic zur Leinwand – die Vorlage aus der Graphic Novel
Afterburn basiert auf einer Comicserie von Red 5 Comics. Die Graphic Novel erzählt eine ähnliche Geschichte: Nach einer globalen Katastrophe schickt ein Auftraggeber einen Schatzsucher nach Europa, um wertvolle Artefakte zu bergen. Der Comic ist weniger bekannt als etwa „The Walking Dead“ oder andere postapokalyptische Vorlagen, hat aber eine treue Fangemeinde.
Die Übertragung vom Comic zum Film bringt natürlich Änderungen mit sich. Einige Figuren wurden angepasst, andere zusammengelegt. Die Grundidee – die Suche nach der Mona Lisa als angebliches Kunstwerk, das sich als etwas ganz anderes entpuppt – bleibt erhalten. Der Twist mit der Atombombe stammt bereits aus der Vorlage.
Interessant ist, dass die Comicvorlage schon 2008 die Aufmerksamkeit von Hollywood auf sich zog. Dass es dann 17 Jahre dauerte, bis ein fertiger Film entstand, zeigt, wie schwierig solche Adaptionen sein können. Nicht jeder Comic eignet sich automatisch für eine Verfilmung, und nicht jede Verfilmung wird dem Original gerecht.
Übersicht
| Originaltitel | Afterburn |
| Regie | J. J. Perry |
| Drehbuch | Matt Johnson, Nimród Antal |
| Laufzeit | 105 Minuten |
| Produktionsland | USA |
| Genre | Science-Fiction, Action, Komödie |
| Kinostart Deutschland | 21. August 2025 |
| DVD/Blu-ray | 5. Dezember 2025 |
| Kamera | José David Montero |
| Musik | Roque Baños |
| Budget | ca. 55 Millionen US-Dollar |
| Drehort | Bratislava, Slowakei |
Die Dreharbeiten in Bratislava dauerten knapp sieben Wochen. Die slowakische Hauptstadt diente als Kulisse für das zerstörte Frankreich. Das ist in der Filmindustrie üblich – osteuropäische Städte bieten oft günstigere Produktionsbedingungen und vielseitige Drehorte.
Die Musik stammt von Roque Baños, einem spanischen Komponisten, der unter anderem für „Evil Dead“ (2013) und „Don’t Breathe“ (2016) bekannt ist. Sein Score unterstützt vor allem die Actionszenen, bleibt insgesamt aber unauffällig.
Warum 55 Millionen Dollar unsichtbar bleiben können
Ein oft genannter Kritikpunkt betrifft das Budget. Über 55 Millionen Dollar sollen in die Produktion geflossen sein. Auf der Leinwand sieht man davon erstaunlich wenig. Die postapokalyptische Welt wirkt oft wie eine Fernsehproduktion, nicht wie ein großer Kinofilm. Die visuellen Effekte sind funktional, aber selten beeindruckend.
Das ist ein Problem, das viele mittelgroße Produktionen betrifft. Zwischen den riesigen Blockbustern mit 200 Millionen Dollar und den kleinen Independent-Filmen gibt es ein Mittelfeld, in dem Filme wie Afterburn landen. Sie haben genug Geld für bekannte Schauspieler, aber nicht genug für eine wirklich überzeugende visuelle Umsetzung einer ganzen zerstörten Welt.
Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil des Budgets vermutlich in die Gagen der Stars geflossen ist. Dave Bautista und Samuel L. Jackson sind keine günstigen Darsteller. Was dann für Kulissen, Effekte und Ausstattung übrig bleibt, reicht eben nicht immer aus.
Fazit
Afterburn reiht sich ein in eine lange Liste von postapokalyptischen Actionfilmen. Das Genre hat seit „Mad Max“ immer wieder neue Wellen erlebt. In den letzten Jahren gab es mit „Furiosa“ (2024) und anderen Produktionen weitere Beiträge. Afterburn versucht nicht, das Genre neu zu erfinden. Er nutzt bekannte Versatzstücke – der einsame Held, die zerstörte Welt, der skrupellose Feind – und setzt sie routiniert zusammen.
Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Nicht jeder Film muss neue Maßstäbe setzen. Manchmal reicht es, eine bekannte Formel solide umzusetzen und dabei gut zu unterhalten. Das gelingt Afterburn in seinen besten Momenten – wenn Bautista und Jackson zusammen auf der Leinwand sind, wenn die Actionszenen sitzen, wenn der Film seinen Humor findet.
In seinen schwächeren Momenten aber wirkt er wie ein Film, der nicht weiß, was er sein will. Komödie oder Thriller? Satire oder ernstes Drama? Diese Unentschlossenheit zieht sich durch den gesamten Film und verhindert, dass er wirklich zusammenfindet.
Am Ende bleibt Afterburn ein Film, den man sich an einem Kinoabend anschauen kann, ohne viel zu erwarten – und ohne viel enttäuscht zu werden. Mehr aber eben auch nicht.
